Gewaltfrei? Hä?

gewaltfrei - Foto Skulptur in Malmö

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Seit Neuestem trägt der Niemblog den Untertitel „nachhaltig – gewaltfrei – vegan“. Die Wörter „nachhaltig“ und „vegan“ sind ja mittlerweile irgendwie klar – insbesondere im Kontext vieler meiner Blogartikel. Aber „gewaltfrei“ benötigt vielleicht noch eine Erklärung – oder besser gesagt: ich würde gerne erklären, was „gewaltfrei“ für mich bedeutet und warum ich das wichtig finde.

Zunächst ging es mir darum, dass ich irgendwie kenntlich machen wollte, dass ich mittlerweile auch ab und zu über „Gewaltfreie Kommunikation“ schreibe. Dann hab ich gedacht: Naja, vielleicht schreibst du dann einfach „gewaltfrei“, das passt doch bestimmt. Damit ich mir aber nicht einen Hut aufsetze, der mir nicht passt, habe ich mich etwas eingehender mit den Themen Gewalt und Gewaltfreiheit befasst.

Gewaltfreiheit nach Gandhi mit Übergang zur Jetzt-Zeit

Wenn über Gewaltfreiheit1 nach Gandhi2 gesprochen wird, dann immer als Mittel zum Zweck – d.h. gewaltfreie Aktionen, wie z.B. der Salzmarsch, mit einem bestimmten politischen Ziel vor Augen. Für ihn war aber vor allem die Haltung dabei wichtig. Dem Gegner sollte freundschaftlich und ohne Hass gegenübergetreten werden. Er sollte überzeugt werden, anstatt dazu gezwungen, entgegen seiner Überzeugung zu handeln. Und das ist für mich der springende Punkt: den anderen trotzdem noch als Menschen zu sehen, anstatt als das personifizierte Böse. Weiterlesen

  1. eigentlich hieß Gandhis Weg „Satyagraha“ – übersetzt mit „an der Wahrheit festhalten“ []
  2. vgl. Satyagraha und Ahimsa []