Das Wunder des empathischen Zuhörens

Empathisch zuhören Titelbild

Einfach nur zuhören

Mein erstes Aha-Erlebnis, das ich mit der Gewaltfreien Kommunikation (GFK) verbinde, war die Erfahrung, dass mir jemand zuhört. Ich erzählte einfach nur, was mir auf der Seele lag; und es hörte jemand aufmerksam zu – ohne zu urteilen, Ratschläge zu erteilen oder zu sagen, dass das doch gar nicht so schlimm sei im Vergleich zu dem, was XY durchgemacht hätte. Das tat unheimlich gut! Weiterlesen

Gewaltfrei? Hä?

gewaltfrei - Foto Skulptur in Malmö

Blogeintrag als Audio-Datei anhören:

Seit Neuestem trägt der Niemblog den Untertitel „nachhaltig – gewaltfrei – vegan“. Die Wörter „nachhaltig“ und „vegan“ sind ja mittlerweile irgendwie klar – insbesondere im Kontext vieler meiner Blogartikel. Aber „gewaltfrei“ benötigt vielleicht noch eine Erklärung – oder besser gesagt: ich würde gerne erklären, was „gewaltfrei“ für mich bedeutet und warum ich das wichtig finde.

Zunächst ging es mir darum, dass ich irgendwie kenntlich machen wollte, dass ich mittlerweile auch ab und zu über „Gewaltfreie Kommunikation“ schreibe. Dann hab ich gedacht: Naja, vielleicht schreibst du dann einfach „gewaltfrei“, das passt doch bestimmt. Damit ich mir aber nicht einen Hut aufsetze, der mir nicht passt, habe ich mich etwas eingehender mit den Themen Gewalt und Gewaltfreiheit befasst.

Gewaltfreiheit nach Gandhi mit Übergang zur Jetzt-Zeit

Wenn über Gewaltfreiheit1 nach Gandhi2 gesprochen wird, dann immer als Mittel zum Zweck – d.h. gewaltfreie Aktionen, wie z.B. der Salzmarsch, mit einem bestimmten politischen Ziel vor Augen. Für ihn war aber vor allem die Haltung dabei wichtig. Dem Gegner sollte freundschaftlich und ohne Hass gegenübergetreten werden. Er sollte überzeugt werden, anstatt dazu gezwungen, entgegen seiner Überzeugung zu handeln. Und das ist für mich der springende Punkt: den anderen trotzdem noch als Menschen zu sehen, anstatt als das personifizierte Böse. Weiterlesen

  1. eigentlich hieß Gandhis Weg „Satyagraha“ – übersetzt mit „an der Wahrheit festhalten“ []
  2. vgl. Satyagraha und Ahimsa []

Auszeit nehmen – nachhaltig mit mir selbst umgehen

Auszeit nehmen
Ich habe zum ersten Februar meinen Job gekündigt und nehme mir jetzt erstmal eine Auszeit. Dass ich dabei entspannt sein kann, liegt an meiner (zugegeben) privilegierten Situation: einerseits habe ich ein Sparkonto, das mich durch ein paar Monate bringen kann, andererseits auch meinen Freund, der ein bisschen Geld verdient und erstmal den Großteil der Miete übernehmen kann. Und abgesehen von Miete und Essen habe ich aufgrund meines minimalistischen Lebensstils sowieso kaum Kosten.1
Eine andere Voraussetzung, diese Zeit genießen zu können, ist für mich, mich nicht beim Arbeitsamt zu melden. Ich will während meiner Auszeit keine Bewerbungen schreiben oder so tun, als würde ich Arbeit suchen. Weiterlesen

  1. Und an den Krankenkassenbeitrag hab ich auch gedacht. []

Durch Zuhören die Welt verbessern

gewaltfreie kommunikation

Gewaltfreie Kommunikation als Werkzeug für eine bessere Welt

Ich hab mir immer gewünscht, alle Menschen irgendwie verstehen zu können. Mein Gedanke war, wenn ich verstünde, was sie dazu bringt, all diese schrecklichen Dinge zu tun, die Menschen nun mal tun, könnte ich sie davon abhalten. Wenn man mich also fragen würde, welche Superpower ich haben wollen würde, wenn ich mir eine aussuchen könnte, wäre das Empathie1. Vielleicht wäre ich dann Empathy Girl oder so.

Als ich also das erste Mal von der Gewaltfreien Kommunikation hörte und ein bisschen darüber nachlas, sprach mich das Konzept sofort an. Ich kaufte mir das Grundlagenbuch „Gewaltfreie Kommunikation“ des US-amerikanischen Psychologen Marshall Rosenberg und las es innerhalb kürzester Zeit durch. Die Gewaltfreie Kommunikation, kurz GFK, ist eine Methode zur Konfliktlösung, sowohl im privaten Rahmen, als auch auf politischer Ebene. Sie ist aber auch eine Methode zur Persönlichkeitsentwicklung. Die GFK geht davon aus, dass jeder Mensch die gleichen Bedürfnisse hat und im Rahmen seiner Möglichkeiten das Beste tut, was er kann. Sie stellt eine echte Verbindung zwischen Menschen her, die zu echtem Verstehen führt. Weiterlesen

  1. Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und zu fühlen, was sie fühlen []