Die Macht der Essgewohnheit

essgewohnheit
Als ich noch jünger war, aß ich fast nichts. Zum Frühstück gab es Nutella mit Brie oder Kellogg’s, mittags Tütensuppen, wenn es etwas ausgefallener sein sollte doch mal Nudeln mit Tomatensoße (aus dem Päckchen) oder Pfannkuchen. Abends wurde Pizza bestellt oder Sandwiches gemacht. In der Tomatensoße durften keine Tomatenstückchen oder Zwiebeln sein. Zucchini und Auberginen mochte ich nicht, Pilze verabscheute ich. Zwiebeln durfte man nicht sehen im Essen. Spinat musste klein püriert und mit Sahne sein, damit ich ihn essen konnte. Rote Bete mochte ich nicht, alle Sorten von Kohl schon gleich zweimal nicht. Und über saure Gurken will ich gar nicht reden. Und Kümmel erst! Und das ist noch gar nicht so lange her1.

Mittlerweile esse ich eigentlich alles2. Weiterlesen

  1. geschätzt 5 Jahre []
  2. was vegan ist []

Gelber Brokkoli

Brokkoli gelb - Titelbild

Was tun, wenn der Brokkoli gelb wird?

Ich erinnere mich noch gut, es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich zum ersten Mal im Leben frischen Brokkoli gekauft und es gewagt, diesen 2 Tage im Kühlschrank zu lagern. Er hat sich sofort gegen diese unpflanzliche Behandlung gewehrt und wurde prompt gelb. Als ich das mit Schrecken feststellte, war ich total verunsichert. Ist der denn noch gut? Kann man den so noch essen?
Also gut: auf zu Google. Google weiß schließlich alles. Auf mehreren Seiten wird also empfohlen, dass der Brokkoli möglichst frisch verzehrt werden sollte und am besten gar nicht mehr, wenn er schon gelb geworden ist. Immerhin enthält er dann kaum noch all die tollen Vitamine, wegen denen man doch den Brokkoli schließlich gekauft hat. Also weg mit dem gelben Brokkoli.

Aber halt!

Nun bin ich älter und weiser, habe Lebensmittel aus der Tonne und vor der Tonne gerettet und in der Gastronomie gearbeitet. Nein, gelber Brokkoli ist nicht schlecht! Überhaupt: gibt es neben Obst und Gemüse denn noch andere Lebensmittel, die ich wegwerfe, weil sie keine Vitamine (mehr) enthalten? Also weg mit der Schokolade und den Gummibärchen! Weg mit den Chips und den Pommes!

Ich halte gelben Brokkoli für ein völlig unbedenkliches Lebensmittel, das wunderbar verzehrt werden kann.
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Überall vegan


Schauplatz: Gasthof zum Weißen Rössl, gutbürgerliche Küche. Ein Blick in die Speisekarte – Kategorie Vegetarisches: Käsespätzle, gebackener Camembert und Salat mit Putenstreifen.
Frage an den Kellner: „Entschuldigen Sie bitte, haben Sie denn auch was Veganes da?“ Konsterniertes Schweigen, dann die Antwort: „Ja, Salat haben wir.“ Mitleidige Blicke der Essensgesellschaft, die Veganerin bestellt tapfer: „Na, dann nehm ich doch den Salat. Aber ohne Putenstreifen, ohne Parmesam und bitte kein Joghurt-Dressing.“ Gequältes Lächeln. Sie mag ja Salat, aber nicht unbedingt als Hauptgericht. Weiterlesen

Teilen statt wegwerfen

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Thema, spätestens seitdem der Dokumentarfilm „Taste the Waste“ in die Kinos kam. Da wird gezeigt, wie Kartoffeln, die nicht der Industrienorm entsprechen, auf dem Feld liegen gelassen werden. Es wird gezeigt, wie Lebensmittel im Supermarkt, die dem Mindesthaltbarkeitsdatum zu Nahe rücken, in den Müll geworfen werden und wie Unmengen an Brötchen und Brot nach Ladenschluss im Müllcontainer landen. Tonnen von einwandfreien Lebensmitteln werden weggeworfen, weil sie zu groß oder zu klein, zu krumm oder zu gerade, zu braun oder zu grün sind. Diese Lebensmittel werden teilweise aus Ländern importiert, in denen Menschen Hunger leiden, nur um bei uns in der Mülltonne zu landen. Dieser Gedanke allein empört schon und lässt nachdenklich werden. Weiterlesen