Schlaraffenwald – Essen aus der Natur

Jede Menge essbare Wildpflanzen, die ich beim Wald-Spaziergang traf

jede Menge essbare Wildpflanzen

Gestern habe ich einen Waldspaziergang gemacht: Ich wollte sehen, was ich denn so alles an potentiell essbaren Wildpflanzen finden würde. Ich bin zwar immer noch kein Wildpflanzen-Profi, aber mittlerweile dachte ich doch, dass ich einige essbare Kräuterchen erkennen sollte.

Schon als ich durch den Wohnwagenstellplatz Richtung Wald lief, traf ich auf den ersten essbaren Kandidaten: Erdbeeren und zwar nicht zu knapp!

Wald-Erdbeere

Und das war noch nicht das letzte, das ich von den köstlichen Wald-Erdbeeren gesehen habe! Nahezu der komplette Wegesrand des Waldes war gesäumt davon. Natürlich würde es noch ein paar Wochen dauern, bis die Früchte reif sind. Aber für die ganz Hungrigen: die ganz jungen Blätter und Blüten kann man auch essen, aber dann darf man keine reifen Früchte mehr erwarten ;)

Meine nächste Entdeckung:

Wald-Sauerklee

Wie wunderbar, immer wieder neue Entdeckungen zu machen!

Oh, welch Köstlichkeit! Eine meiner neuesten Entdeckungen ist der Wald-Sauerklee. Die Natur gibt zwar viel her, was sich durchaus essen lässt, aber so mancher Geschmack lässt dann doch zu wünschen übrig. Der Sauerklee ist dagegen eine wahre Delikatesse! Er schmeckt ganz ähnlich säuerlich wie Sauerampfer. Mjam!

Schon seit letztem Jahr war mir die Knoblauchsrauke ein Begriff. Doch erst dieses Jahr sah ich sie überall! An nahezu jedem Wegesrand hatte sie sich angesiedelt und wuchs in ungeahnte Höhen. Sie schmeckt ein bisschen knoblauchig, wie der Name schon sagt.

Knoblauchsrauke

Natürlich kennt jeder das wunderschöne Vergissmeinnicht. Aber wusstet ihr auch, dass man es essen kann? Der Geschmack ist neutral, aber die Blüte eine Zierde für jedes Gericht.

Vergissmeinnicht

Manchmal fotografiere ich Pflanzen und schlage dann zu Hause nach, um was es sich handelt

Über so einige Pflänzchen, die ich noch gar nicht kannte, bin ich aber erst bei dem Spaziergang gestolpert. Ich habe sie fotografiert und dann zu Hause nachgeschlagen, um was es sich handelt. So bei der Goldnessel und dem gefleckten Lungenkraut.

Goldnessel
Geflecktes Lungenkraut

Beide haben ganz witzig gefleckte Blätter und das Lungenkraut hat mich mit seinen verschieden farbigen Blüten besonders fasziniert. Wie schön, dass beide sogar essbar sind. Die Goldnessel wucherte überall.

Brennessel und Löwenzahn kennt jede/r – aber was kann man alles damit machen?

Eine Pflanze, die ebenfalls dafür bekannt ist, dass sie sehr wuchert, ist die Brennessel. Dafür musste ich allerdings ganz schön lange suchen, bis ich welche fand.

Brennessel

Besonders großartig finde ich Brennessel-Suppe. Es gibt viele Rezepte dafür mit vielen Zutaten, aber eigentlich braucht man nur ein-zwei Kartoffeln, damit die Suppe sämig wird, die Brennesseln und Salz und Pfeffer. Dazu erst die Kartoffeln klein schneiden und kochen und kurz bevor sie fertig sind, die Brennesseln ins kochende Wasser geben. Diese fallen dann rasch zusammen und man kann alles pürieren und würzen.

Wer die Brennesseln roh isst, hat sogar noch mehr von deren wertvollen Inhaltsstoffen. Aber das hab ich mich noch nicht getraut :)

Eine richtige Trend-Pflanze ist dieses Jahr der Löwenzahn. Kaum kommt man um die leckeren Rezepte von Löwenzahn-Honig und Löwenzahn-Gelee herum. Mir persönlich sind die Blätter aber viel zu bitter, auch wenn man sie durchaus essen kann. Die Blüten sind hingegen auch für Nicht-Bitter-Möger super!

Löwenzahn

Was in keinem Wald fehlen darf: Heidelbeeren

Heidelbeeren

Noch brauchen sie etwas, bis man ernten kann. Aber stellt euch nur dieses Meer von Heidelbeeren vor! Aus den Blättern könnte man aber auch jetzt schon Tee machen. Aber wie der schmeckt? Keine Ahnung!

Auch erst in diesem Jahr kennen gelernt habe ich den Gundermann. Da ich ihn schon auf vielen Bildern gesehen hatte, habe ich ihn auch sofort erkannt. Der Geschmack ist wohl etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Würzen oder als Dekoration geht er gut.

Gundermann

Ähnlich hübsch anzusehen ist der Kriechende Günsel, der in ganzen Heerscharen den Wald bevölkert. Er ist eine Heilpflanze, kann aber auch so gegessen werden (wenn man bitter mag).

Kriechender Günsel

Zu guter Letzt eine der schönsten Pflanzen im Mai: der Waldmeister.

Waldmeister

Auch mit meinen rudimentären Wildpflanzen-Kenntnissen habe ich schon viel erkannt

Ich war richtig begeistert, wie viele Pflanzen ich mit meinen rudimentären Wildpflanzen-Kenntnissen schon erkennen konnte und wie viel Essen da mitten im Wald wuchs! Richtig satt wird man davon wohl noch nicht, aber als Ergänzungsnahrung1 ist das doch prima! Immerhin haben Wildpflanzen auch besonders viele wichtige und gute Nährstoffe.

Dann noch ein ernstzunehmender Disclaimer: Ich habe die Fotos der Pflanzen nicht gemacht, damit man sie anhand des Bildes gut wieder erkennen kann, sondern vor allem, weil ich sie so hübsch fand. Bevor ihr also nun in den Wald geht und Kräuter sammelt, schaut vorher nochmal genau nach, wie die Pflanzen aussehen. Am besten nehmt ihr ein Kräuterbuch oder eine Kamera mit und seht dann zu Hause nach.

Es gibt in der Tat auch bei uns tödlich giftige Pflanzen. Diese sollte man kennen, bevor man loszieht. Dazu gehören Maiglöckchen (Verwechslung mit Bärlauch), Schierling, Fingerhut und Eisenhut.

Ich habe ein ganz wunderbares Buch über essbare Wildpflanzen: Essbare Wildpflanzen von Steffen Guido Fleischhauer, Jürgen Guthmann und Roland Spiegelberger. Das Buch gibt es auch als App für Android und iPhone. Auch sehr hilfreich ist die Gruppe „Essbare Wildpflanzen“ auf Facebook.

Zum Thema Fuchsbandwurm

Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind, weisen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko auf. Auch Hundehalter sind stärker gefährdet. Bislang gibt es noch keine eindeutigen Hinweise darauf, dass das Sammeln und Essen von Beeren oder Pilzen die Infektionsgefahr erhöht.

Quelle: Fuchsbandwurm – Ansteckung und Risikofaktoren

Viel Spaß beim Besuch in eurem eigenen Schlaraffenwald!

  1. zum Beispiel in einem grünen Smoothie []

7 Gedanken zu “Schlaraffenwald – Essen aus der Natur

  1. Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!

    Vor dem Haus haben wir ein kleines Stück grün, auf dem sich letztes Jahr Waldziest gut ausgebreitet hat.
    Heute ist mir aufgefallen, dass kaum noch Waldziest da ist, dafür aber mehr von einer anderen Pflanze, die ich nicht kannte. Kurz darauf lese ich deinen Beitrag und erkenne die Pflanze wieder: Gundermann. Na wenn das kein Zufall ist ;-)

  2. Hui. Was für ein tolles Blog! Hab gerade einen Freundensprung gemacht, als ich Dich entdeckt habe!!
    Genau meine Wellenlänge, glaub ich. Ich war nur auf der Suche nach dem Efeu-Wasch-Rezept bzw. wollte gucken, was andere dazu schreiben… so bin ich hier gelandet. :)
    Sehe mich gleich mal in Ruhe um!! Juchu! :)

  3. Hey Sabrina,
    da habe ich gerade etwas ganz spannendes zu dem Thema gelesen, dass genau zu Deinem Beitrag hier passt: http://www.ruf-der-wildnis.de/pflanzung.html
    Es beschreibt, dass man Kräuter und Gemüse auch im Wald anbauen kann und mit natürlichen Mitteln diesen Pflanzen hilft im Wald zu überleben. Nennt sich dann „Permakultur“ — braucht ja alles einen schicken Namen, ne? ;)
    Die Seite finde ich nach einem ersten Durchlesen überhaupt sehr interessant und schön geschrieben. Vielleicht ist es auch was für Dich. :)
    Liebe Grüße
    Friederike

  4. Zufälle gibts – erst letzten Monat hab ich vom dänischen „Vorterod“ erfahren (daß sich am Ende als Scharbockskraut herausgestellt hat), und ungefähr zur gleichen Zeit an dem Dein Beitrag herauskam gabs auf der Con eine kleine kulinarische Waldführung ;)

    Selber nutz ich eigentlich nur Löwenzahn halbwegs regelmäßig wenn sonst grad keine andere passende Salatzutat oder Beilage da ist, der wächst nämlich direkt vorm Haus in Hülle und Fülle.

    Die ganzen Waldbeeren (vor allem Brombeeren wuchern gerne an Lichtungen und Waldrändern, und in einigen Waldgegenden wachsen Heidelbeeren flächendeckend) sind Gelegenheitshäppchen für unterwegs, und der Rest wird eigentlich nur mal mitgenommen wenn ich unterwegs zufällig drauf stoße und weiß daß ich den später brauchen kann.

    Weitere schöne essbare Sachen:
    -Bucheckern, schmecken irgendwo zwischen Mandel und Haselnuß
    -Gänseblümchen
    -Kapuzinerkresse (eigentlich eher eine Gartenpflanze, paßt aber gut in naturnähere Nutzgärten oder auch auf den Balkon)
    -Kornelkirsche und verwilderte Kirschen sind kleiner und haben mehr Stein als normale Nutzkirschen, schmecken aber meist ähnlich gut
    -Pilze, fast schon ein Kapitel für sich
    -Die Triebe mancher Nadelbäumen sind ebenfalls essbar, taugen wegen des kräftigen Geschmacks aber eher zum Würzen

    Bei einigen Pflanzen ist die Frage ob es ratsam ist sie im größeren Stil zu nutzen: Löwenzahn wird kaum so schnell knapp werden, aber einige Pilzarten wie z.B. Steinpilze oder Pfifferlinge sind hier in der Gegend schon recht selten geworden (könnte ggf. aber mit an den zahlreichen Wildschweinen liegen), und stellenweise hat auch das Bärlauchsammeln überhand genommen.

    Für Brennesseln gibts nen guten Tip: Flachklopfen oder ein paar Mal mit dem Nudelholz drüber macht sie auch roh bekömmlicher ;)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.