1 Jahr Auszeit – Erfahrungen, die ich teilen möchte

Hier geht’s zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3 meiner Auszeit-Erfahrungen.

Auszeit Erfahrungen - Bild einer Bank am Vättern-See
Es ist Zeit. Seit nunmehr einem Jahr mache ich meine sogenannte Auszeit. Jetzt ist für mich die Zeit gekommen, aufzutauchen, um mich zu blicken und loszugehen. Und natürlich auch ein bisschen darüber nachzudenken, was das alles gebracht hat. Was passiert während so einer Auszeit? Wo tauchen Schwierigkeiten auf? Dabei möchte ich so ehrlich und offen wie möglich schreiben, damit du, wenn du selbst mit dem Gedanken spielst, eine Auszeit zu nehmen, vielleicht auch etwas davon hast. Natürlich sind das nur meine Erfahrungen und sicher nicht allgemeingültig. Weiterlesen

Ökologisch verreisen in Franken (und eigentlich überall)

Ökologisch verreisen in Franken

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Warum in die Ferne schweifen, wenn das Glück so nahe liegt?

Dieses Jahr habe ich meinen Urlaub gar nicht weit weg von zu Hause verbracht – im Landkreis Neustadt an der Aisch im schönen Franken. Eine liebe Freundin hat uns – mir, meinem Freund und einem befreundeten Paar mit Baby – ihr Grundstück mit einem alten Bauernhaus für 10 Tage zur Verfügung gestellt. Zum Urlaub machen, entspannen, werkeln, Sachen ausprobieren, am Feuer sitzen und feiern.

Der alte Bauernhof mit dem schönen Grundstück ist gerade mal eine Stunde von unserem Zuhause entfernt. Aber trotzdem waren wir so weit ab von allem, dass wir den Alltag wunderbar hinter uns lassen konnten. Manchmal ist ja für Urlaub gar nicht mehr nötig. Und wozu also in die Ferne reisen?

Ein schöner Nebeneffekt davon, dass es so nah war: wir hatten mehrfach Besuch von Freunden, die auch mal eine Nacht mit übernachtet haben oder den Tag mit uns verbracht haben. Und ein schöner Nebeneffekt davon, dass wir auf dem Grundstück einer Freundin Urlaub machten: wir haben auch mit ihr Zeit verbringen können. Weiterlesen

Glückstagebuch führen – dankbar sein – die Welt verändern!

Glückstagebuch - der Duft von Lavendel
Nach 4 Monaten Auszeit merke ich jetzt doch langsam, dass ich mir ein bisschen Struktur für meinen Alltag wünsche.

Dafür habe ich mir ein paar Dinge ausgesucht, die mir nachweislich gut tun und die zu einer bestimmten Tageszeit sinnvoll zu tun sind. Dazu gehört: Glückstagebuch führen. Darauf bin ich vor anderthalb Jahren gestoßen, als ich bei einer Studie über Glück und Wohlbefinden mitgemacht habe und eines geschenkt bekommen habe.1

Was ist ein Glückstagebuch?

Die Idee des Glückstagebuchs ist es, jeden Abend zu überlegen, welche Situationen und kleinen oder großen Momente an diesem Tag dich glücklich oder dankbar gemacht haben und diese aufzuschreiben. Die Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, der Duft von Lavendel, das Lächeln im Gesicht eines Freundes, das Gefühl von Zu-Hause-Sein, das Quietschen eines Entenbabys, eine UmarmungWeiterlesen

  1. Dazu gab’s einen Post-It „Wofür bist du heute dankbar?“ für’s Badezimmer. Super! Hängt heute noch. Und inspiriert mittlerweile sogar Gäste und den Partner. []

Auszeit nehmen: Zwischenstand nach 4 Monaten

Hier geht’s zu Teil 1 und Teil 2 der Reihe „Auszeit nehmen“.
auszeit nehmen
Vier Monate Auszeit sind vorbei. Zeit für einen Zwischenstand, ein Innehalten und einen klitzekleinen Blick nach vorne.

Was hab ich in der Zeit gemacht?

Man könnte sagen: radikal ausgemistet. Und zwar keine Dinge, sondern Tätigkeiten, die mir gerade keine Freude machen. Oder Tätigkeiten, die mir, so wie ich sie gerade tue, keine Freude machen.

Ich habe versucht, möglichst auf meine Bedürfnisse zu hören und entsprechend zu schauen, wonach mir gerade ist. Und ich habe bei vielen Dingen gemerkt, dass ich sie eher in der Hoffnung mache, dass sie bestimmte Bedürfnisse erfüllen, anstatt dass sie es tatsächlich tun.

auszeit nehmen

Aber was hab ich konkret gemacht? Ich habe tatsächlich deutlich mehr Zeit auf dem Sofa verbracht, als früher. Ich denke, das war nötig, denn vor meiner Auszeit mangelte es mir sehr an Ruhe und Erholung und ich fühlte mich ständig erschöpft. Und ich merke auch, dass das noch nicht vorbei ist.

Ich habe Freundschaften gepflegt und erneuert und neu aufgenommen. Dabei habe ich vor allem Treffen zu zweit gesucht, für möglichst intensive und bedeutsame Gespräche. Anstatt zu warten, bis sich mal jemand bei mir meldet (wie ich das früher oft getan habe), bin ich auf die Menschen zugegangen, mit denen ich gerade Kontakt haben wollte. Weiterlesen

Alltag ohne Facebook (Teil 2)

Hier geht’s zum ersten Artikel der Reihe „Ohne Facebook“.

Alltag ohne Facebook

Nach einer Woche ohne Facebook

Nach einer Woche ohne war ich wieder auf Facebook. Ich habe mir den Wecker gestellt und eine Liste geschrieben, was ich dort tun musste.

Ausversehen habe ich gelesen, dass zwei Leute meinen letzten Blogartikel kommentiert haben. Aber ansonsten bin ich standhaft geblieben und habe nicht auf die kleinen roten Benachrichtigungskästchen geklickt, die mich die ganze Zeit provokativ angestarrt haben. Zwei private Nachrichten und 40 Benachrichtigungen über – irgendwas. Zwischendurch sind auch wieder Nachrichten aufgeploppt, dass in irgendeiner Gruppe etwas gepostet wurde. Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen, weil ich so unbedingt diese roten Kästchen anklicken wollte, damit sie nicht mehr rot sind. Und vielleicht wäre ja eine der privaten Nachrichten wichtig gewesen? Ich tröste mich damit, dass ja jeder meinen Blog lesen kann und dann weiß, dass ich das nicht lese.
Ich war in 10 Minuten fertig und habe mich wieder ausgeloggt. Und dann frage ich mich, ob ich es nicht übertreibe. Was wäre denn so schlimm daran, zu lesen, was alles auf der Timeline steht? Oder was mir irgendwer als Nachricht geschrieben hat? Weiterlesen

Auszeit nehmen – „ich muss“-Gedanken auflösen

"ich muss"-gedanken auflösen
In meinem ersten Artikel über’s Auszeit nehmen schrieb ich ja, dass ich erstmal nur noch das tun will, was ich mit spielerischer Freude tun würde. Und das ist gar nicht so einfach.

Manchmal weiß ich echt nicht, was das ist.

Und manchmal weiß ich nur, was es definitiv nicht ist.

Und manchmal lenkt etwas davon ab. Facebook habe ich ja bereits abgeschaltet. Dafür hab ich seit Neuestem Online Mahjongg entdeckt.

Und manchmal fehlt auch das gewisse Etwas, das eine Tätigkeit von „muss halt sein“ auf „mach ich gerne“ anhebt. Das kann Musik sein, die dabei hilft, dass Aufräumen und Putzen Spaß machen. Oder das kann sein, dass ich etwas, anstatt es einfach irgendwie zu machen, eben schön mache.

Manchmal ist es auch klar.

Und manchmal gibt es Termine, wo ich hin muss. Oder wo ich denke, dass ich hin muss. Weiterlesen

Ohne Facebook (Teil 1)

Ohne Facebook
Als ich vor Kurzem mit einem Freund telefonierte, bemerkte ich so ganz beiläufig:
„Ja, eigentlich ist grad alles voll gut, ich bin halt grad recht viel online.“
Und er so: „Mehr als du eigentlich willst?“
Und ich: „Hm, ja, irgendwie schon.“1
Und schon waren wir beim Thema. Wie ich in den letzten Tagen in jeder freien Minute auf Facebook geschaut habe; wie ich immer wieder die gleichen Schlagzeilen las; wie ich immer wieder auf „neu laden“ klickte um herauszufinden, ob wieder was Neues draufsteht.
Und wie mich das überhaupt nicht interessiert! Mich interessieren weder die ganzen negativen Schlagzeilen, noch die meist völlig belanglosen Posts von Freunden und Bekannten. Und trotzdem ist mein erster Impuls, wenn ich mit irgendeiner Aufgabe fertig bin und kurz entspannen will: jetzt mal kurz auf Facebook schauen. Dann die kurze Befriedigung und Entspannung und dann diese Leere. Als mein Telefon-Freund und ich das also etwas unter die Lupe nahmen, meinte er so: „Irgendwie klingt das ziemlich nach Suchtverhalten.“
Und ich so: „Oh mein Gott! Du hast so recht.“ Weiterlesen

  1. Konversation ganz grob aus dem Kopf, vielleicht auch völlig falsch, aber von der Essenz her passend. []

Nachhaltiger Lebensstil

Nachhaltiger Lebensstil

So sieht mein persönlicher nachhaltiger Lebensstil aus

Immer wieder stelle ich nachhaltige Alternativen vor, wie man etwas anders machen kann, z.B. Wäsche waschen mit Efeu statt mit normalem Waschmittel. Viele dieser Dinge mache ich selbst, andere sind mir vielleicht auch zu umständlich. Jetzt möchte ich einfach mal teilen, wie mein persönlicher nachhaltiger Lebensstil aussieht. Dabei ist mir wichtig, offen zu zeigen, was für mich leicht ist und was mir schwer fällt. Und wo es noch komplett hakt.

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Auszeit nehmen – nachhaltig mit mir selbst umgehen

Auszeit nehmen
Ich habe zum ersten Februar meinen Job gekündigt und nehme mir jetzt erstmal eine Auszeit. Dass ich dabei entspannt sein kann, liegt an meiner (zugegeben) privilegierten Situation: einerseits habe ich ein Sparkonto, das mich durch ein paar Monate bringen kann, andererseits auch meinen Freund, der ein bisschen Geld verdient und erstmal den Großteil der Miete übernehmen kann. Und abgesehen von Miete und Essen habe ich aufgrund meines minimalistischen Lebensstils sowieso kaum Kosten.1
Eine andere Voraussetzung, diese Zeit genießen zu können, ist für mich, mich nicht beim Arbeitsamt zu melden. Ich will während meiner Auszeit keine Bewerbungen schreiben oder so tun, als würde ich Arbeit suchen. Weiterlesen

  1. Und an den Krankenkassenbeitrag hab ich auch gedacht. []

Drei Jahre ohne Klamottenkauf

alternativ klamotten kaufen
Letztens auf die Frage angesprochen, dass ich ja doch mit sehr wenig Geld auskomme, dachte ich darüber nach, wie lange es eigentlich her ist, dass ich das letzte Mal Klamotten gekauft habe. Zwei Jahre oder drei Jahre? So langsam verschwimmt alles ein bisschen, aber ich denke, es könnten schon drei Jahre gewesen sein. Schwierig ist das, weil ich nicht wirklich gesagt habe: „So, ab heute, kaufe ich keine Klamotten mehr.“ oder „Ab heute kaufe ich nur noch gebraucht.“ oder so. Das hat sich eher schrittweise ergeben.

Publikumswirksamer wird das ganze ja schon, wenn man ab einem festen Termin ein Experiment startet und dann in regelmäßigen Abständen darüber bloggt. So weit habe ich damals aber noch nicht gedacht. Vor drei Jahren ging der Niemblog ja auch erst an den Start.

Ein Rückblick darf trotzdem drin sein. Immerhin habe ich letzte Woche das erste Mal seit besagten drei Jahren wieder Klamotten gekauft1. Und deshalb möchte ich feiern, dass ich so lange nicht beim Konsumspiel migespielt habe. Aber auch, dass ich mir selbst etwas Gutes getan habe. Weiterlesen

  1. selbstverständlich Second Hand und ein T-Shirt Fairtrade, weil es so einen schönen Schnitt hatte []