Der Soja-Irrtum: über die Herkunft von Soja

herkunft von soja

Wo Soja für Tofu, Sojamilch und Co. wirklich herkommt

Immer wieder kommt das Thema „Soja“ in Diskussionen über vegane Ernährung auf. Oft in Zusammenhang mit „Gentechnik“ oder „Regenwald abholzen“. Das kann ich erstmal gut nachvollziehen, denn tatsächlich stammt der größte Teil der weltweit angebauten Sojabohnen aus Brasilien und den USA und ist gentechnisch verändert. Hier wird aber häufig der falsche Schluss gezogen, dass dieses Soja auch für Sojadrinks oder Tofu – also als Lebensmittel für uns Menschen – verwendet wird.

Tatsache ist, dass alle Anbieter von Sojadrink, Tofu und Co. hier in Deutschland gentechnikfreie Sojabohnen verwenden, die nicht aus Regenwaldgebiet stammen. Weiterlesen

Drei Jahre ohne Klamottenkauf

alternativ klamotten kaufen
Letztens auf die Frage angesprochen, dass ich ja doch mit sehr wenig Geld auskomme, dachte ich darüber nach, wie lange es eigentlich her ist, dass ich das letzte Mal Klamotten gekauft habe. Zwei Jahre oder drei Jahre? So langsam verschwimmt alles ein bisschen, aber ich denke, es könnten schon drei Jahre gewesen sein. Schwierig ist das, weil ich nicht wirklich gesagt habe: „So, ab heute, kaufe ich keine Klamotten mehr.“ oder „Ab heute kaufe ich nur noch gebraucht.“ oder so. Das hat sich eher schrittweise ergeben.

Publikumswirksamer wird das ganze ja schon, wenn man ab einem festen Termin ein Experiment startet und dann in regelmäßigen Abständen darüber bloggt. So weit habe ich damals aber noch nicht gedacht. Vor drei Jahren ging der Niemblog ja auch erst an den Start.

Ein Rückblick darf trotzdem drin sein. Immerhin habe ich letzte Woche das erste Mal seit besagten drei Jahren wieder Klamotten gekauft1. Und deshalb möchte ich feiern, dass ich so lange nicht beim Konsumspiel migespielt habe. Aber auch, dass ich mir selbst etwas Gutes getan habe. Weiterlesen

  1. selbstverständlich Second Hand und ein T-Shirt Fairtrade, weil es so einen schönen Schnitt hatte []

Fastenzeit mal anders

Fastenzeit

Man kommt nicht um das Thema rum, selbst, wenn man kein religiöser Mensch ist: Fasten. Also ein paar Wochen bewusst auf etwas verzichten, was man sonst echt gerne mag. Zum Beispiel Zucker, oder Schokolade, oder Fleisch, oder Fernsehen, oder Facebook-Spiele. Heutzutage hat man ja viel mehr Möglichkeiten, womit man alles fasten kann. Es gibt viel mehr Dinge, von denen man weiß, dass sie eigentlich schlecht für einen sind, aber man macht sie trotzdem. Das ganze Jahr über, bis DIE Gelegenheit kommt: Fastenzeit. Jetzt wäre doch ein guter Moment, zumindest auf EINES dieser bösen Dinge zu verzichten. Zumindest für ganz kurze Zeit.

Aber ich will das ganze ja nicht schlecht reden. Im Vergleich zum weihnachtlichen und österlichen Konsumrausch kommt die Fastenzeit ja sehr sparsam daher. Und wenn der vermeintliche Verzicht dann doch noch ein wenig länger anhält und ein Konsum-Umdenken anstößt, umso besser. Weiterlesen

5 Gründe, warum Foodsharing so toll ist

Foodsharing Möhren
Egal, wo du dich ehrenamtlich engagierst, es ist manchmal anstrengend und frustrierend. Das ist bei Foodsharing auch nicht anders. Anstrengend ist, wenn du 20 Kisten Gemüse bekommst, wovon mehr als die Hälfte nicht mehr gut ist und du alles aussortieren musst. Frustrierend ist, wenn du siehst, dass Läden nicht kooperieren wollen, obwohl sie jede Menge wegwerfen. Das gibt es überall, genauso wie die schönen, erfolgreichen Momente, die dich erfüllen und neue Energie geben.

Foodsharing ist für mich aus folgenden Gründen etwas Besonders: Weiterlesen

Waschmittel Efeu

Wäsche waschen mit Efeu

Wäsche waschen mit Efeu als Alternative zu herkömmlichem Waschmittel

Ich habe ja schonmal in meinem Blogpost Waschen mit Kastanie und Efeu über das Waschen mit Efeu berichtet. Aber mittlerweile bin ich so begeistert vom Efeu als Waschmittel, dass ich darüber noch einmal gesondert berichten muss.

Obwohl mich das Waschen mit Kastanien sofort überzeugt hatte, war ich beim Efeu eher skeptisch, einfach weil der Saponin-Anteil so viel niedriger ist (2-6% im Vergleich zu 10-15% bei der Roßkastanie). Mittlerweile wasche ich aber nur noch mit Efeu. Es kommen immer 10 mittelgroße Blätter mit zur Wäsche. Ich stopfe sie in eine Socke und binde sie zu, damit die Blätter nicht die Waschtrommel zerstören. Weiterlesen

Gelber Brokkoli

Brokkoli gelb - Titelbild

Was tun, wenn der Brokkoli gelb wird?

Ich erinnere mich noch gut, es ist noch gar nicht so lange her, da hatte ich zum ersten Mal im Leben frischen Brokkoli gekauft und es gewagt, diesen 2 Tage im Kühlschrank zu lagern. Er hat sich sofort gegen diese unpflanzliche Behandlung gewehrt und wurde prompt gelb. Als ich das mit Schrecken feststellte, war ich total verunsichert. Ist der denn noch gut? Kann man den so noch essen?
Also gut: auf zu Google. Google weiß schließlich alles. Auf mehreren Seiten wird also empfohlen, dass der Brokkoli möglichst frisch verzehrt werden sollte und am besten gar nicht mehr, wenn er schon gelb geworden ist. Immerhin enthält er dann kaum noch all die tollen Vitamine, wegen denen man doch den Brokkoli schließlich gekauft hat. Also weg mit dem gelben Brokkoli.

Aber halt!

Nun bin ich älter und weiser, habe Lebensmittel aus der Tonne und vor der Tonne gerettet und in der Gastronomie gearbeitet. Nein, gelber Brokkoli ist nicht schlecht! Überhaupt: gibt es neben Obst und Gemüse denn noch andere Lebensmittel, die ich wegwerfe, weil sie keine Vitamine (mehr) enthalten? Also weg mit der Schokolade und den Gummibärchen! Weg mit den Chips und den Pommes!

Ich halte gelben Brokkoli für ein völlig unbedenkliches Lebensmittel, das wunderbar verzehrt werden kann.
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Monsanto, Nestlé und Co. boykottieren

Monsanto, Nestlé und Co boykottieren

Worauf muss ich beim Boykott achten?

Immer wenn über Monsanto, Nestlé und Co. berichtet wird – meistens nichts Gutes – wird überall lauthals nach Boykott geschrien. Nestlé privatisiert die Wasservorräte der Welt um sie für teures Geld weiter zu verkaufen, duldet Kinderarbeit, unterdrückt Proteste gegen den eigenen Konzern und gibt Tierversuche in Auftrag. Und das ist nur ein kleiner Teil des Portfolios. Monsanto vertreibt seine transgenen Hybridsaaten und Herbizide ohne Rücksicht auf Verluste, kauft kleinere Saatgut-Unternehmen auf, fälscht wissenschaftliche Untersuchungen zugunsten der eigenen Produkte, ist unter anderem verantwortlich für die hohe Selbstmordrate indischer Baumwoll-Bauern und vieles mehr.

Produkte erkennen

Oft scheitert der Boykott schon daran, dass man gar nicht weiß, wo diese Unternehmen überall ihre Finger im Spiel haben. Und daran, dass man gar nicht weiß, wie die Produktpalette überhaupt aussieht. Weiterlesen

Wäsche waschen mit Kastanien und Efeu

Wäsche waschen mit Kastanien
Waschmittel muss nicht zwangsläufig in einer Plastikflasche oder in mehreren Schichten Plastikverpackung daher kommen. Waschmittel kannst du auch einfach pflücken – zum Beispiel als Kastanien oder Efeu. Efeu enthält 2-6% Saponin. Die Roßkastanie 10-15%. Saponine sind natürliche Seifenstoffe, die in Pflanzen vorkommen. Mit 15% Saponinanteil wird schon einiges gut sauber. Auch die indische Waschnuss enthält soviel: die Waschwirkung ist also ähnlich.

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Wir haben es satt! – Demo in Berlin

Wir haben es satt! Demo in Berlin
Gemeinsam mit geschätzt 30.000 Menschen haben wir am Samstag demonstriert. Unter dem Motto „Wir haben es satt!“ ging es gegen die Agrarindustrie und für gutes Essen und gute Landwirtschaft.
Die Hauptpunkte waren:

  • keine Gentechnik in unserem Essen
  • Verhandlungen zum Freihandelsabkommen abbrechen
  • Massentierhaltung abschaffen
  • Bauernhöfe statt Agrarfabriken unterstützen
  • Saatgut-Vielfalt erhalten
  • artgerechte Tierhaltung
  • gerechte Lebensmittelpreise und gesundes Essen für alle

Dazu haben sich Bauern, Naturschützer, Tierschützer, Verbraucherschützer und Bürger versammelt; mit einem gemeinsamen Ziel und gemeinsamen Forderungen ging es friedlich vom Potsdamer Platz zum Kanzleramt. Auch wenn es im Detail unterschiedliche Meinungen zwischen den Organisationen gibt – gerade zwischen Tierschützern und Bauern gibt es viel Konfliktpotential – war es einfach erhebend mitanzusehen und mit dabei zu sein, wie sich all diese Menschen – Individuen und Organisationen – Schulter an Schulter für ein gemeinsames Ziel einsetzen. Und genau das brauchen wir, wenn wir den Kampf für eine bessere Welt gewinnen wollen: keine Einzelkämpfer mit begrenztem Themenspektrum oder unrealistischen Forderungen, sondern einen Zusammenschluss aller Menschen, denen die Zukunft unserer Welt und den Geschöpfen darauf am Herzen liegt.

Mit 30.000 Menschen kamen 50% mehr Demonstranten, als angekündigt waren. Aus ganz Deutschland und aus dem Ausland waren Menschen angereist, die „es satt haben“. Denn die deutsche Politik beeinflusst nicht nur Deutschland, sondern die ganze Welt.

Vor dem Kanzleramt wurden Wäscheleinen aufgehängt, wo jeder seine Forderungen an die Regierung aufschreiben konnte. Hoffen wir mal, dass diese nicht nur der Hausmeister liest…

P.S.: Für’s nächste Mal: Auch wer auf’s Geld schauen muss und trotzdem demonstrieren will: Mit dem Bus1 sind wir von Nürnberg nach Berlin in 5 Stunden für nur 16 Euro pro Person gereist. Und zum Übernachten gibt es Freunde oder Couchsurfing.

  1. mit MeinFernbus.de oder Flixbus []

Gentechnik in Deutschland

Gentechnik Maissorten
Bei uns im Haus haben wir oft hitzige Diskussionen über das Thema Gentechnik. Der eine ist aus Prinzip dafür, die andere aus Prinzip dagegen. Beim Thema „Gentechnik“ fällt es schwer, neutral zu bleiben. Dabei ist Gentechnik an sich zunächst nur ein Werkzeug, das allein keinen Zweck erfüllt. Erst wenn Monsanto Gentechnik einsetzt, um Super-Sojabohnen zu züchten, die resistent gegen Monsanto-Herbizide sind, dann erfüllt Gentechnik einen Zweck: und zwar den des Profits. Und wenn Heidelberger Studenten mit Hilfe von Gentechnik Goldpartikel von Elektroschrott trennen, dann erfüllt das einen gänzlich anderen Zweck: den, durch Recycling die Umwelt zu entlasten. Weiterlesen